Thor

Aus Regenbogenhain

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In der Thrymskvida der Liederedda tritt Thor als Crossdresser auf.

Thrym, der König der Riesen, stiehlt Thors Hammer Mjöllnir und fordert als „Lösegeld“, Freyja zur Frau zu bekommen, was für diese nicht in Frage kommt. Jedoch können sich die Götter der Riesen nur mittels des Hammers erwehren, weswegen der Gott Heimdall vorschlägt, Thor als Braut zu kleiden, das Haar aufzustecken, Freyjas Schmuck anzulegen und ihm (als Zeichen der Hausfrauenwürde) einen Schlüsselbund umzuhängen (Str. 16). Thors Begeisterung hält sich in Grenzen, aber es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich zu beugen. Loki begleitet ihn im Gewand einer Magd.

An Thryms Hof benimmt sich Thor gar nicht ladylike. Er verspeist einen Ochsen, acht Lachse sowie jede Menge Backwerk und trinkt drei Tonnen Met (Str. 24). Auch erschrickt Thrym vor dem stechenden Blick seiner Braut, als er sie küssen will (Str. 27). Doch Loki findet stets gewitzte Ausreden (Str. 26, 28), so dass der Riese schlussendlich den Hammer bringen lässt. Wieder im Besitz seiner Waffe erschlägt Thor das gesamte Geschlecht der Riesen.

In der altnordischen Fassung wird die Travestie auch durch die Sprache betont, was auch den Witz des Liedes verstärkt.

Diese Geschichte ist nur in der Thrymskvida überliefert, bei Snorri oder in der Lokasenna findet sich nichts über diese Begebenheit.

Die Edda. Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen. Vollständige Ausgabe in der Übertragung von Felix Genzmer. Eingeleitet von Kurt Schier. München: Eugen Diederichs Verlag, (2)1992. S. 57-61.

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